Höchst

Gipfelgebäude von Herzog & de Meuron

Das Gipfelgebäude von Herzog & de Meuron auf dem Chäserrugg ist in vielerlei Hinsicht einzigartig: An einer exponierten Lage in der prägenden Landschaft der Churfirsten vereint das Gebäude verschiedene Nutzungen und konkretisiert einen nachhaltigen Zusammenhang von Funktionalität und Ästhetik.

Das Gipfelgebäude fügt sich sanft in die Bergwelt des Toggenburgs ein und betont die einmalige Silhouette der Churfirsten. Es geht eine Symbiose mit dem Berg ein und setzt diesen für den Besucher ins Werk.

Zahlen & Fakten

Material3'600 t
Holz2'000 m3 Schweizer Fichten- und Tannenholz
Logistik1'200 Bahnfahrten
1 Helikopterrotation
Windstärke200 km/h
(gemessen auf dem Gipfel)
BauzeitApril 2014 – Juni 2015
AuszeichnungenArchitekturpreis Hochparterre (2015)
Prix Lignum (2018)

Bestehendes mit Neuem vereinen

Die Bergstation der Luftseilbahn mit dem dazugehörigen Seilschacht und den Technikräumen, ein pragmatischer Stahl- und Betonbau aus den 70er-Jahren, blieben bestehen und wurden 2015 durch einen neuen Gebäudeteil, das heutige Gipfelrestaurant, ergänzt. Dieser, nach Süden orientierte Teil, bildet durch seine vergleichsweise ausgedehnte Breite mit dem anderen Gebäudeteil eine Art Dreieck. Verbunden sind sie durch einen tennartigen und offene Abschnitt, der während dem Durchschreiten einen einzigartigen Ausblick auf den Alpstein ermöglicht.

Der Chäserrugg wird zum Ort

Im hellen und grosszügigen Raum spielt das freistehende Cheminée eine verbindende Rolle: Feuer und Wärme sind im Zentrum des Lebens wie in den traditionellen Bauernhäusern. Bis auf die zwei grünen Vorhängen hat das Haus die Farbe des unbehandelten Holzes, auch das Mobiliar ist naturbelassen und unterstreicht die Dimensionen des Raumes. Die Lampen hängen wie die Dohlen in der Luft über den geordneten Tischen, die Nischen sind wie kleine Kabinette mit eigenem Stubenbild.

Das Dach nach Süden schützt die Sonnenterrasse und hält den effektiven Gipfel von den Bauten frei. Die Landschaft und die atemberaubende Aussicht werden nicht plakativ, sondern bewusst ins Haus eingeladen, durch einen rhythmischen Fensterfront nach Süden, grosszügige Fenstern nach Osten und Westen und quadratische Öffnungen nach Norden.

Der Chäserrugg wird zum unaufgeregten Ort, wo der Gast sich von den Sportaktivitäten erholt, den atemberaubenden Blick auf die Alpen geniesst und ebenfalls authentische Toggenburger und Schweizer Kultur erleben kann.

Umweltfreundliches Bauen in den Bergen

Die Identität des Gipfelgebäudes auf dem Chäserrugg entsteht aus der Konkretisierung einer weitsichtigen Vision und bietet einen Anhaltspunkt für Sehnsucht nach einfachem, authentischem Leben im Einklang mit der Natur. In der Ausführung wurden die Inputs der Umweltverbände kreativ aufgenommen.
Den Anspruch auf ein ressourcenschonendes Bauen wurde in allen Phasen der Projektentwicklung, des Baus und nun des Betriebes berücksichtigt. Um einen möglichst geringen Einfluss auf die Umgebung zu haben, steht das Bauwerk auf drei Streiffundamenten und hinterlässt einen aufs Minimum reduzierten Fussabdruck. Mit Ausnahme des Krans wurden alle Materialien und Mobilien mit der Luftseilbahn auf 2'262 m ü. M. transportiert. Realisiert wurde das Projekt in enger Zusammenarbeit mit ortansässigen Unternehmen. Das Wissen aus dem Tal floss nachhaltig in die Ziele des ressourcenschonenden Bauens und dem Erhalt der Authentizität des Landschaftsbildes ein.

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